Mit dem Auto nach London


Stau

Bild: oli_ok / Photocase.com

Um es gleich vorweg zu sagen: Es ist absolut nicht ratsam, mit dem Auto nach London zu fahren. Es staut ständig und überall und selbst wenn es nicht staut, findet man noch lange keinen Parkplatz. Nicht einmal einen Behindertenparkplatz. Zwar gibt es davon in London recht viele, aber eben auch sehr viele Leute, die diese benutzen.
Der EU sei dank sind deutsche blaue Behindertenparkplätze auch in London gültig.

Wer doch aller Warnungen mit dem Auto nach London fahren möchte, sollte das nicht ohne Navigationsgerät tun. London ist groß, es gibt viele Einbahnstraßen und die Beschilderung ist bescheiden. Außerdem ist es sehr ratsam, sich wenn möglich aktuelle Verkehrinformationen aufs Navi schicken zu lassen (beispielsweise TomTom Traffic). Ja, das mag ein paar Euro kosten, aber angesichts der Verkehrslage ist das auch für ein paar Tage sinnvoll, wenn man in London das Auto nutzt.

Parken

Man kann den blauen Parkausweis auch in Großbritannien auf Behindertenparkplätzen nutzen. Leider ist Parken in London eine Wissenschaft für sich. In jedem Stadtteil gelten andere Regeln und man muss darauf achten, wo man sich gerade befindet. In einigen Gemeinden gibt es sogar Behindertenparkplätze, die nur von den Bewohnern der Gemeinde genutzt werden dürfen. Immer ganz genau die Schilder lesen. Auch ob man beispielsweise in Anwohnerbereichen parken darf, hängt davon ab, in welcher Gemeinde man gerade ist. Auch ob man Parkgebühren zahlen muss, ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich geregelt und nicht immer informieren die Schilder über Regelungen für behinderte Autonutzer. Da hilft nur googeln oder sich vorher ein kleines Buch zuzulegen, das über die Regelungen informiert. Der „Blue Badge Parking Guide“ hilft einem, sich im Parkdschungel zurecht zu finden.

Überall gilt: Alle Schilder genau lesen, viele Behindertenparkplätze haben zeitliche Beschränkungen, vor allem an so genannten Red Routes. Das sind große Straßen, die durch London führen. Die zeitlichen Beschränkungen unbedingt beachten, sonst wird es teuer. Schon nach wenigen Minuten überschrittener Parkzeit, gibt es einen Strafzettel.

Park & Ride

Wer nur nach London fahren möchte, aber das Auto ansonsten stehen lassen will, hat gute Chancen am Stadtrand einen Behindertenparkplatz zu finden, beispielsweise an Bahnhöfen. Die Webseite Parkopendia ist eine große Hilfe, wenn man einen Parkplatz für ein paar Tage sucht. Teilweise vermieten auch Londoner ihre Garageneinfahrten tageweise.

Congestion Charge

Wer in Londons Innenstadt fahren möchte, muss eine Maut zahlen, die so genannte Congestion Charge. Diese kostet derzeit, je nachdem wann man sie bezahlt, zwischen 9 und 12 Pfund. Wer nicht zahlt, riskiert eine saftige Strafe.

Wer einen blauen europäischen Parkausweis (Blue Badge) hat, kann sich von dieser Gebühr befreien lassen. Dafür muss allerdings vor der Reise ein Antrag gestellt werden. Dieser kostet 10 Pfund und kann per Kreditkarte oder Maestro-Karte bezahlt werden. Das Antragsformular gibt es hier. Wichtig ist, eine Kopie des Parkausweises sowie des Passes oder Führerscheins dazuzulegen. Die Bearbeitung des Antrags dauert unter Umständen ein paar Wochen. Daher sollte der Antrag mindestens vier Wochen vor Reisebeginn gestellt werden.

Hilfereiche Apps

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Park-Up London kann Behindertenparkplätze in der Innenstadt anzeigen, deckt aber nicht ganz London ab. Dennoch sehr hilfreich, wenn man einen Behindertenparkplatz in der Nähe sucht.

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AA Parking findet Parkplätze in der Nähe, nicht nur in der Innenstadt sondern in ganz Großbritannien und Irland, allerdings ist die App derzeit nur im britischen iTunes-Store verfügbar. Bei vielen Bahnhöfen ist angegeben, ob es Behindertenparkplätze gibt.