Sprache

Tafel auf der Hello steht

Bild: quiloo / photocase.com

Es ist sehr einfach, mit Londonern ins Gespräch zu kommen. Die meisten Briten sind sehr hilfsbereite Menschen und fragen eher einmal zu viel als einmal zu wenig, ob man Hilfe benötigt. Normalerweise dauert es nicht lange bis jemand kommt und fragt, ob man Hilfe braucht, wenn man etwas verloren wirkt. Es ist auch völlig normal, behinderte Menschen anzusprechen und zu fragen, ob sie Hilfe benötigen. Das ist sehr hilfreich, wenn man Hilfe braucht. Es ist aber kein Problem, das Hilfsangebot mit “No, thank you. I’m fine.” abzulehnen.
Wenn man um etwas bittet oder sogar etwas fordert, sollte man das dennoch, wenn möglich, immer als Frage formulieren. “Could you open the ramp, please?” und nicht „Open the ramp, please“. Allerdings sind die meisten Briten nachsichtig, wenn man als Besucher zu erkennen ist.

Es gibt im Englischen viele Begriffe, die wir im Deutschen nutzen, die aber im Englischen eine andere Bedeutung haben oder sogar abwertend gelten. In Bezug auf Behinderung ist das beste Beispiel das Wort “handicap”. Es ist im Englischen absolut verpönt. In Großbritannien wird es in Bezug auf behinderte Menschen so gut wie gar nicht mehr genutzt. Richtig ist “disability” oder “disabled”. Also „I have a disability“ = „Ich habe eine Behinderung“ oder „I am disabled“ = „Ich bin behindert“. „Handicap“ und „Handicapped“ am besten ganz streichen.

Die meisten gehörlosen und schwerhörigen Menschen bezeichnen sich zusammenfassend als „deaf“. Auch viele schwerhörige Menschen nennen sich „deaf“, auch wenn sie noch hören können. Es gibt aber auch den Begriff „hard of hearing“, er wird vor allem von älteren Menschen benutzt.

Auch im Englischen wird zwischen „blind“ und „sehbehindert“ unterschieden. Blinde Menschen nennen sich „blind“, sehbehinderte Menschen sind „visually impaired“ oder sagen „I have a visual impairment“.
Mit dem Wort „impairment“ wird betont, dass es sich um die medizinische Bezeichnung der Behinderung handelt. „Disability“ hingegen drückt die gesellschaftlichen Barrieren aus und bezeichnet nicht nur die medizinische Diagnose. Viele behinderte Menschen in Großbritannien legen großen Wert auf diese Unterscheidung. Hintergrund ist das soziale Modell von Behinderung.