Verkehr

U-Bahn

Anreise

Am schnellsten kommt man vom Flughafen Heathrow mit dem Heathrow Express in die Stadt. Billiger ist es aber mit der U-Bahn. Alle Stationen in Heathrow sind barrierefrei. Wer lieber mit dem Heathrow Express fährt, einen Rollstuhl hat und diesen während der Fahrt nicht verlässt, kann für sich und eine Begleitperson eine ermässigte Fahrkarte kaufen (Disabled Discount). In dem Fall braucht man keine Disabled Persons Railcard, die man als Besucher nicht bekommt. Auch die anderen Flughäfen sind mit dem Zug (Gatwick, Stansted, Luton) zu erreichen. Auch dort gibt es Ermässigungen für Rollstuhlfahrer und deren Begleitperson.

In London unterwegs

Transport for London hat umfangreiches Kartenmaterial, das man sich an jedem Ticketschalter kostenlos geben lassen kann.
Es gibt Karten in Großdruck, mit verschiedenen Kontrasten, Karten mit barrierefreien Toiletten und sogar einen akustischen Liniennetzplan. Nicht alle Karten gibt es auch gedruckt, aber alle online.
Ganz wichtig ist: Stationen, die mit einem weißen Rollstuhlfahrer-Symbol gekennzeichnet sind, haben eine große Stufe in die Bahn, aber zum Bahnsteig kommt man stufenlos. Stationen, die ein blaues Rollstuhlfahrer-Symbol haben, haben einen ebenerdigen Einstieg in die Bahn. Der Osten Londons ist erheblich barrierefreier als der Westen.

Alle Stationen der Docklands Light Railway (DLR) sind barrierefrei und haben einen fast ebenerdigen Einstieg. Zu fast allen Stationen fahren auch Busse. Allerdings dauert die Fahrt mit dem Bus wegen des dichten Verkehrs oft ewig.

Busse

Alle Londoner Busse sind barrierefrei und haben Rampen, die automatisch ausfahren. Die meisten Rampen befinden sich an der hinteren Tür des Busses. Einfach dem Busfahrer ein Zeichen geben und er fährt sie aus. Rollstuhlfahrer zahlen in Londoner Bussen grundsätzlich nichts, egal ob Besucher oder Londoner. Das gilt nicht für alle anderen Verkehrsmittel wie U-Bahn, DLR oder Overground. Eine Begleitperson ist in London in öffentlichen Verkehrsmittel nie frei. Am besten kauft man sich eine Oyster-Karte, lädt sie auf und fährt sie ab. Das ist am preiswertesten.

Verbindungen suchen

Auf der Webseite von Transport for London kann man sich barrierefreie Verbindungen raussuchen lassen. Das geht auch telefonisch unter (+44) 343 222 1234.
Außerdem hat die Organisation Transport for All umfangreiche Informationen online. Transport for All hat auch eine Hotline, an die man sich wenden kann, wenn man Hilfe bei der Planung braucht oder die einem hilft, wenn man ein Problem hat, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen: (+44) 20 7737 2339. Es gibt die Organisation auch auf Twitter und Facebook.
Auch Apps sind bei der Planung sehr hilfreich. Die besten London Apps gibt es hier.

Wer sich aktuell über defekte Fahrstühle informieren möchte, dem hilft die Webseite Updownlondon.com oder der dazugehörige Twitterfeed. Ist ein Lift an einer Station defekt und gibt es keine direkte Alternative per Bus, zahlt Transport for London ein von ihnen gebuchtes Taxi. Einfach beim Stationsmanager melden.

Die U-Bahn (Tube)

Londons U-Bahnsystem ist nur bedingt barrierefrei. London hat 270 Stationen, davon sind derzeit 66 stufenlos per Rampe oder Lift zugänglich. Seit den Olympischen Spielen gibt es an manchen Stationen so genannte „Platform Humps„, also Bahnsteigerhöhungen, z.B. in Green Park Station, Earl’s Court (Piccadilly Line) und Brixton. Wer sich in London mit der Bahn bewegt, sollte unbedingt die Beschilderung und Hinweisschilder für Rollstuhlfahrer an den Stationen dazu beachten. Ausführliche Informationen gibt es zudem den „Step-free tube guide„, der leider nicht ganz einfach zu verstehen ist, aber es lohnt sich durchaus, sich ein bisschen damit zu befassen und ihn dabei zu haben, wenn man nicht irgendwo stranden möchte.

Manuelle Boarding Rampen

An manchen Stationen gibt es manuelle Rampen, die an den Zug angelegt werden können. Derzeit sind das: Hammersmith, King’s Cross St. Pancras, West Ham, Westminster, Southfields, Wimbledon, Earl’s Court, Fulham Broadway, Stratford, Woodford, Oxford Circus, Queen’s Park, Edgware, Morden, Finchley Central, Caledonian Road, East Ham, Elm Park, Epping, Farringdon, Hainault, Hillingdon, Hounslow East, Kew Gardens, Mile End, Richmond, Rickmansworth, Roding Valley, South Woodford, Theydon Bois, Upney, Uxbridge, West Finchley, Wood Lane. und Stockwell. Einfach einen Mitarbeiter an der Startstation ansprechen, auch wenn man die Rampen nur an der Zielstation braucht. Die funken die Kollegen dann an, die dann mit der Rampe an der Endstation warten.

Außerdem haben alle mit einem weißen Rollstuhl-Symbol gekennzeichneten Overground-Stationen Rampen. Seit April 2014 muss man sich bei bei der London Overground nicht mehr unter 0343 222 1234 24 Stunden vorher anmelden, wenn man diese nutzen möchte, man kann das aber weiterhin tun.

Taxis

Alle London-Taxis („Black cabs“ genannt) sind barrierefrei. Das heißt, sie haben Rampen, die angelegt oder ausgeklappt werden können. Die Türen kann man aushängen, so dass sich die Türöffnung vergrößert. Alle Taxis haben zudem eine Trittstufe, um den Einstieg für gehbehinderte Menschen zu erleichtern. Manche Taxis haben einen drehbaren Sitz.

Taxifahrern droht Lizenzentzug und/oder ein Bußgeld, wenn sie einen wegen eines Assistenzhundes oder aufgrund der Behinderung nicht mitnehmen wollen. London hat derzeit zwei Taxi-Apps, mit denen man einfach und schnell ein Taxi rufen kann: Hailo und GetTaxi.

Mit dem Auto nach London

Wer seinen Londonaufenthalt nicht im Auto verbringen möchte, sollte davon absehen, mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren. Es staut immer und überall. London hat furchtbar komplizierte Parkregeln für behinderte Menschen, die von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich sind. Wer es dennoch versuchen will, sollte sich den Blue Badge Parking Guide besorgen. Da stehen alle Regelungen drin – allerdings muss man selber rausfinden, in welcher Gemeinde man sich gerade befindet.